Rhein-Sieg-Kreis

4 | Mobilität 56 Nach dem SGB IX haben schwerbehinderte Men- schen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßen- verkehr erheblich beeinträchtigt sind, Anspruch auf unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Per- sonennahverkehr (§§ 145 ff. SGB IX). Die Freifahrt wird gehbehinderten, außergewöhnlich gehbehinderten, hilflosen, gehörlosen und blinden Menschen (Merkzeichen „G“, „aG“, „H“, „Gl“ und „Bl“ imSchwerbehindertenausweis) gewährt. Das Merk- zeichen „B“ berechtigt darüber hinaus zur kostenfrei- en Mitnahme einer Begleitperson. Ob diese Voraus- setzungen vorliegen, wird vom Versorgungsamt bei der Feststellung einer Behinderung geprüft. Schwer- behinderte Menschen, die freifahrtberechtigt sind, erhalten auf Antrag einen Schwerbehindertenaus- weis in grün-orange. Um die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr nutzen zu können, ist ein persön- liches Beiblatt mit aufgedruckter Wertmarke erfor- derlich. Dieses wird auf Antrag vomVersorgungsamt ausgestellt. Für die Wertmarke fällt eine Eigenbe- teiligung von zurzeit 80 Euro jährlich (40 Euro halb- jährlich) an. Einkommensschwache (insbesondere Grundsicherungsempfänger sowie blinde und hilf- lose Menschen (Merkzeichen „Bl“ oder „H“) sind von der Eigenbeteiligung befreit. Die unentgeltliche Beförderung gilt nur für den Nah- verkehr. Nahverkehr heißt: Busse, Straßenbahnen, S-Bahnen und Nahverkehrszüge der Bahn bundes- weit. Fahrten im Fernverkehr müssen schwerbehin- derte Menschen normal bezahlen. Wer berechtigt ist eine Begleitpersonmitzunehmen (Merkzeichen „B“), kann dies sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr tun. Freifahrtberechtigte benötigen im Nahverkehr der Deutschen Bahn keine Tickets. Die Wertmarke und der grün-orange Schwerbehindertenausweis reichen als Fahrausweis deutschlandweit im Nah- verkehr aus. Bei der Fahrkartenkontrolle sind beide im Original vorzuzeigen. Informationen zur Ausstel- lung eines Schwerbehindertenausweises entneh- men Sie bitte dem Kapitel 6.7 auf Seite 90 dieses Wegweisers. Weitere Serviceleistungen Neben der unentgeltlichen Beförderung gibt es ver- schiedene weitere Serviceleistungen der Verkehrs- gesellschaften für Menschen mit Behinderung. Neben einer Sitzplatzgarantie für besonders ge- kennzeichnete Schwerbehinderten-Sitzplätze gibt es für Rollstuhlfahrer Stellplätze in den Eingangs- bereichen. Mittlerweile verfügen die Verkehrsbetrie- be über eine Vielzahl an Bussen, die beimHalt abge- senkt werden können, um so den Ein-und Ausstieg zu erleichtern. Alternativ ermöglicht eine Rampe einen stufenlosen Zugang zumBus. Vor demAusstiegmuss direkt nach Ansage der Haltestelle der Signalknopf mit dem Rollstuhlsymbol betätigt werden, damit der Busfahrer rechtzeitig den Haltewunsch erkennt. 4.5 Unentgeltliche Beförderung (Freifahrt)

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