Rhein-Sieg-Kreis

6 | Finanzielle Hilfen / Nachteilsausgleiche 84 Antragstellung und Begutachtung Wer pflegebedürftig ist, erhält – auf Antrag – Leis- tungen der Pflegeversicherung. Die Antragstellung erfolgt bei der zuständigen Pflegekasse. Dabei gilt, Pflegekasse ist gleich Krankenkasse des Versicher- ten. Den Antrag kann der Pflegebedürftige selbst oder eine von ihm bevollmächtigte Person (Famili- enangehörige, Freunde oder Nachbarn) stellen. Die Pflegekasse beauftragt denMedizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade. Zur Bestimmung des Pflegegrades betrachtet der Gutachter sechs ver- schiedene Lebensbereiche. Für jeden Lebensbereich vergibt der Gutachter, je nachdemwie viel Unterstüt- zung im Alltag benötigt wird, eine Anzahl von Punk- ten. Diese Punkte fließen mit unterschiedlicher Ge- wichtung in die Bewertung ein. Am Ende ergibt sich ein Gesamtpunktwert, nach dem sich der Pflegegrad bestimmt. Je nach Pflegegrad und Pflegesituation werden unterschiedliche Leistungen gewährt. Einen Überblick der Leistungsbeträge erhalten Sie in der Tabelle auf Seite 85. Pflege zu Hause Pflegegeld und Pflegesachleistungen Pflegegeld gibt es für die Betreuung und Pflege durch Angehörige, Nachbarn oder Freunde zu Hause. Pfle- 6.3 Leistungen der Pflegeversicherung gesachleistungen nennt man die Hilfe von profes- sionellen Pflegediensten. Sie können Pflegesach- leistungen und Pflegegeld auch kombinieren. Das bedeutet, einen Teil der Pflege können Angehöri- ge oder Freunde übernehmen. Dafür bekommen Sie Pflegegeld. Den anderen Teil der Pflege übernimmt einmobiler Pflegedienst. Dafür bekommt der Pflege- dienst Geld von der Pflegekasse. Angebote zur Entlastung im Alltag Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, können zusätzliche Betreuungs- und Entlastungs- leistungen in Anspruch nehmen. Diese sollen Pfle- gebedürftige und pflegende Angehörige unterstüt- zen, z.B. durch eine Hilfe imHaushalt. Darunter fallen auch Angebote, die soziale Kontakte und Aktivitäten fördern, wie Vorlesen, Begleitung bei Spaziergängen oder sonstigen Erledigungen. Der Entlastungsbetrag kann auch zur (Ko-)Finanzierung einer Tagespflege oder der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Der Betrag für diese Entlastungsleistungen beträgt 125 Euro imMonat für Pflegebedürftige in allen Pfle- gegraden. Der Betrag wird nicht ausbezahlt, son- dern dient der Erstattung für in Anspruch genom- mene Leistungen von anerkannten Anbietern. Nicht ausgeschöpfte Beträge können innerhalb des Kalen- derjahres in die Folgemonate geschoben werden. Am Ende des Kalenderjahres können nicht verbrauchte Beträge in das darauffolgende Halbjahr übertragen werden.

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc1MTQ=